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Businessplanung in der Kultur

„Die Kreativ- und Kulturszene braucht neben aller Einzigartigkeit auch Struktur, damit sie uns lange erhalten bleibt.“ – Claudia Wessling

Die Entscheidung, in der Kulturszene Fuß zu fassen und sich einer kreativen und einzigartigen Arbeit hinzugeben, ermöglicht die Verwirklichung eigener Träume und Wünsche. Diese stehen zunächst im Vordergrund und möchten so schnell und effektiv wie möglich umgesetzt werden. Insbesondere sollen sie anderen Kulturinteressierten oder denen, die es werden wollen, vermittelt werden. Für die Erreichung seiner Ziele wird man dabei jedoch stets vor neue Herausforderungen gestellt und letztlich steht die Frage im Raum, was es neben Ideen für kreative Projekte, dem Begehren und der Motivation für die Umsetzung noch braucht?

Eines der Themen, an die in diesem Kontext manchmal nicht sofort gedacht wird, ist die geschäftliche Planung von Kulturprojekten – die Businessplanung. Expert*innen können an dieser Stelle unterstützen und ihre Erfahrungen in die Kulturszene übertragen. Eine unserer im KIK lehrenden Dozentinnen ist selbstständige Beraterin und Coach. Claudia Wessling berät Selbständige, Unternehmen und Startups und begleitet bei der erfolgreichen Entwicklung von Gründungsprojekten. Eines ihrer Themen ist, kreative Ideen geschäftlich umsetzbar zu machen. Dabei sieht sie insbesondere auch die Notwendigkeit, diese Fähigkeiten in die Arbeit innerhalb der Kulturszene zu überschreiben. Sie vertritt die Meinung, dass die Kultur- und Kreativszene trotz ihrer Einzigartigkeit auch Struktur benötigt – denn nur so könne sie uns lange erhalten bleiben.

Claudia Wessling – Beratung & Coaching

Als Kultur- und Bildungseinrichtung stimmen wir ihr da vollkommen zu, weswegen wir der Thematik mehr Raum bieten möchten. Hierfür hat Claudia Wessling uns drei Fragen beantwortet, in denen sie die Notwendigkeit von Businessplanung für die Kulturszene erläutert. Hier könnt ihr ihre Antworten lesen:

Warum ist Businessplanung auch bzw. gerade in der Kulturszene ein wichtiges Thema?

Kultur ist ebenso ein Gut wie Produkte oder Dienstleistungen. Sie bedient wesentliche Bedürfnisse nach Schönheit oder Stimmigkeit, sie ist Ausdruck von Emotionen und stellt ein wichtiges Gegenstück zum Alltag dar. Kultur inspiriert, verbindet und ist kreativ. Gleichzeitig bedarf es auch hier einer Struktur, um diese Kreativität umsetzbar zu machen. Kulturveranstaltungen müssen geplant, organisiert und finanziert werden wie alle anderen Projekte auch. Dazu braucht es eine betriebswirtschaftlich fundierte Businessplanung, die sich mit Chancen und Risiken des Konzeptes beschäftigt und u.a. finanzielle Bedingungen klärt.

Vor welchen Herausforderungen stehen Kulturschaffende zu Beginn ihrer Karriere? Welche Schwierigkeiten/Komplikationen können in Hinblick auf die Businessplanung eines Kulturprojektes auftreten?

Werden Produkte oder Dienstleitungen geplant, gibt es oft schon Vorstellungen der damit verbundenen Umsatzmöglichkeiten und Kosten – seien es Stückpreise oder Stundenhonorare. Bei Kulturveranstaltungen oder Kunst stellt sich dies komplexer dar, denn es geht nicht nur um Zeit oder Materialwerte mit Gewinnaufschlag, sondern vielmehr um Kreativität und Talent. Dies lässt sich nicht leicht beziffern und hängt ganz besonders von der Wahrnehmung der Käufer ab. Damit stellt vor allem die Umsatzplanung  Kulturschaffende vor große  Herausforderungen, was sich auch auf die Finanzierung zu Beginn auswirkt. Ein guter Businessplan berücksichtigt nicht nur Produkt und Zielgruppe, sondern befasst sich auch mit den Alleinstellungsmerkmalen im Vergleich zum Angebot am Markt.

Wie sind Sie dazu gekommen sich mit Kulturschaffenden bzw. der Businessplanung im Kulturfeld zu beschäftigen? Welche Potentiale sehen Sie als Beraterin und Coach in der Kulturarbeit?

Um ehrlich zu sein, wurde ich angesprochen. Der Gedanke die Kulturszene zu unterstützen, gefiel mir allerdings sofort, denn ich selbst liebe Kultur und Kunst als Ausdruck von Fantasie und Kreativität. Konzerte, Veranstaltungen oder Ausstellungen sind für mich wichtige Freizeitbeschäftigungen, denn ich sammle schöne Momente. Das gibt Kraft für den Alltag und den Job! In der Vergangenheit habe ich bereits Gründerinnen und Gründer begleitet, die sich mit z.B. Eventorganisation im Kulturbereich, mit Kunstworkshops und Ausstellungen oder Ballett selbständig gemacht haben. Ich freue mich jedes Mal über den Mut und die wunderbaren Ideen, die aus solchen Businesskonzepten entstehen.

Mehr zur Arbeit von Claudia Wessling könnt ihr hier erfahren.